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Kathrin Hielscher, Ordnungscoach von hyggeZeit

Wir haben Kathrin 25 Fragen gestellt

Ordnung, Hygge und das echte Leben: Wir haben Kathrin Hielscher, Gründerin von hyggeZeit und selbstständiger Ordnungscoach aus Hilpoltstein im Landkreis Roth, 25 persönliche Fragen gestellt. Über ihren Weg in die Selbstständigkeit, ihr besonderes Verständnis von Ordnung – und darüber, warum ein Zuhause nicht perfekt sein muss, um sich gut anzufühlen.

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Hygge & mein Weg

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1. Wie würdest du dich in drei Worten beschreiben?

Strukturiert, lösungsorientiert, zielstrebig.

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2. Was bedeutet Hygge für dich?

Hygge ist das Herzstück der dänischen Lebensweise: eine gemütliche, herzliche Atmosphäre, in der man das Leben mit lieben Menschen genießt. Für mich ist Hygge kein Trend, sondern eine Haltung: mich nur mit Dingen zu umgeben, die Freude bereiten oder einen Zweck erfüllen, bewusst Zeit mit Familie und Freunden zu verbringen und mir regelmäßig kleine Auszeiten zu gönnen – mit einem Buch, einer Tasse Tee oder einem Spaziergang. Dafür braucht es Zeit – und die gewinnt man durch Ordnung.

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3. Was liebst du an Dänemark?

Hygge, natürlich! Vor über einem Jahrzehnt habe ich meine Liebe zu Dänemark entdeckt, und seitdem verbringen wir dort regelmäßig unseren Urlaub. Dort ist mir klar geworden, wie wenig man braucht, um sich wohlzufühlen – und wie viel Zeit füreinander bleibt, wenn man sich nicht um zu viele Dinge kümmern muss. Die skandinavische Klarheit und die bewusste Reduktion auf das Wesentliche prägen bis heute mein Denken, Wohnen und Arbeiten. Immer mehr davon übernehme ich in meinen Alltag: schlichte, helle Räume, natürliche Deko, Zeit ohne Hektik – und natürlich Kerzen. Dort liegt der Ursprung von hyggeZeit. Und Dänemark ist inzwischen sogar Arbeitsort: Ich durfte dort schon eine Küche organisieren – ein ganz besonderes Projekt. Weitere Aufträge in Dänemark? In Planung!

Kathrin Hielscher mit Blumen und hyggeZeit-Tasche vor einem roten Holzhaus in Dänemark
4. Wie bist du auf den Namen hyggeZeit gekommen?

Mir war klar: Es muss etwas mit Hygge sein. Der Name sollte zu meiner Persönlichkeit passen und gleich zeigen, worum es geht. Beim Brainstorming mit meiner damaligen Agenturkollegin Daniela ist dann hyggeZeit entstanden – den Namen verdanke ich ihr. Und er passt perfekt, denn Ordnung schenkt Zeit für die hyggeligen Momente im Leben.

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5. Warum bist du Ordnungscoach geworden?

Ordnung begleitet mich schon mein ganzes Leben. Früher war mein Kinderzimmer mein Safe Space. In meiner ersten eigenen Wohnung vor 25 Jahren standen in der Abstellkammer schon einheitliche Kisten, jede mit festem Inhalt. Irgendwann wollte ich mich beruflich verändern. Als ich gesehen habe, dass Ordnungscoach ein richtiger Beruf ist, hat sich für mich alles zusammengefügt.

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6. Was hast du aus über 20 Jahren Agenturleben mitgenommen?

Ich habe als Teamassistentin angefangen, später die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit geleitet und zuletzt die Mediaplanung – viel für Automobil- und Motorsportkunden. Deadlines, Budgets, viele Projekte gleichzeitig: Ich habe gelernt, viele Fäden in der Hand zu halten, ohne den Überblick zu verlieren. Und dass Weiterentwicklung unabdingbar ist – wer stehen bleibt, wird überholt. Vor allem aber habe ich gemerkt, dass mir das Organisieren für andere am meisten Freude macht. Genau das mache ich heute in meiner Selbstständigkeit.

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7. Was war dein mutigster beruflicher Schritt?

In mich selbst zu investieren. Geld für meine Ausbildung, für Weiterbildungen und Coachings auszugeben, hat mich am meisten Mut gekostet. Aber genau das hat alles möglich gemacht: 2022 die Ausbildung zum Ordnungscoach bei Isabella Franke (Akademie der Ordnung), dann die Selbstständigkeit neben der Agentur – und 2024 der Schritt in die Vollzeit-Selbstständigkeit mit hyggeZeit. Heute bin ich vor Ort in Roth, Schwabach, Hilpoltstein, Nürnberg und Ingolstadt unterwegs, berate online und gebe mein Wissen als Dozentin bei Vorträgen und VHS-Workshops weiter.

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8. Was würdest du neuen Selbstständigen raten?

Von Anfang an auf Systeme setzen, die mitwachsen können: ein Buchhaltungsprogramm, ein eigenes Geschäftskonto, Automatisierungen. Denn wenn du für dein Thema brennst, werden die Kundinnen kommen – und dann brauchst du im Hintergrund eine stabile Basis, damit du dich auf das konzentrieren kannst, was du liebst.

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9. Wie bleibst du selbst am Ball?

Weiterentwicklung gehört für mich einfach dazu – deshalb bilde ich mich regelmäßig weiter. Zuletzt zum Beispiel mit „Psychologie für Ordnungscoaches“ beim Center for Professional Organizer, einem Letzte-Hilfe-Kurs beim Hospizverein Landkreis Roth und „Planbar Sichtbar“ von Caroline Preuss. Als Mitglied der Ordnungswelt tausche ich mich regelmäßig mit anderen Expertinnen im deutschsprachigen Raum aus, und im Success Club bei Network Success System vernetze ich mich mit anderen Selbstständigen. Ehrenamtlich unterrichte ich außerdem bei Schulausfallstunden über LifeTeachUs.

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„Ordnung schenkt Zeit für die hyggeligen Momente im Leben.“

Ordnung & meine Arbeit

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10. Was verstehen viele Menschen unter Ordnung falsch?

Viele denken, Ordnung heißt Minimalismus: nichts mehr kaufen, alles wegwerfen. Darum geht es gar nicht. Es geht um Klarheit. Was brauche ich? Was nutze ich? Was gefällt mir (noch)? Passt das Hobby noch zu mir? Steht mir die Farbe noch? Wer darauf ehrliche Antworten findet, behält genau die Dinge, die zum eigenen Leben passen. Mich selbst hat das spürbar verändert: Gewohnheiten hinterfragen, Ballast loslassen, Raum für Neues schaffen.

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11. Woran erkennst du ein wirklich gutes Ordnungssystem?

Ein gutes System funktioniert auch an schlechten Tagen – nicht nur, wenn alles gut läuft. Das gelingt, wenn jedes Ding einen festen Platz hat und alle im Haushalt wissen, wo was hinkommt. Dann muss man nicht suchen, nicht überlegen und spart sogar beim Putzen Zeit.

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12. Was würdest du einer Frau sagen, die sich für ihr Zuhause schämt?

Dass sie damit nicht allein ist. Viele wissen nicht, wo sie anfangen sollen, und mögen ihre Freundinnen nicht fragen, weil ihnen das Chaos peinlich ist. Chaos entsteht oft ganz schnell, etwa wenn Kinder kommen oder sich das Leben verändert. Und Hilfe zu holen ist keine Schwäche: Aufräumen kann jeder – so wie sich jeder selbst die Haare schneiden könnte, und trotzdem gehen wir zum Friseur. Ich hole jede da ab, wo sie gerade steht – ohne zu bewerten.

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13. Welchen Satz hörst du von deinen Kundinnen besonders oft?

„Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll.“ Oder: „Ich räume auf, und nach kurzer Zeit fängt alles wieder von vorne an.“ Meistens fehlen einfach passende Routinen – oder der Blick von außen. Genau da setze ich an.

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14. Was macht deine Arbeit besonders?

Ich höre zu. Ich höre genau hin, welche Bedürfnisse mein Gegenüber hat, und erkenne so, wo es hakt und warum. Die Lösung erarbeiten wir dann gemeinsam – individuell statt Schema F, praktisch statt perfektionistisch, nachhaltig statt kurzfristig. Skandinavische Klarheit trifft bei mir auf alltagstaugliche Ordnung – im eigenen Zuhause genauso wie in Ferienwohnungen, denn auch Gäste spüren sofort, ob ein Raum durchdacht ist. Und ich entlaste ganz praktisch: Nach dem Termin nehme ich einen Kofferraum voll aussortierter Sachen mit und bringe sie ins Sozialkaufhaus. Meine Kundinnen müssen sich um nichts mehr kümmern, keine Kisten bleiben im Flur stehen, und der neue Platz ist sofort spürbar. Dazu das gute Gefühl, dass die Dinge ein zweites Leben bekommen.

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15. Warum arbeitest du mit Marken und Partnern zusammen?

Weil ich bei meinen Kundinnen sehe, was ihnen den Alltag wirklich erleichtert: Bettdecken, die man nicht mehr beziehen muss, ökologische Putzmittel, kurzfristiger Stauraum bei einem Umzug oder Nachlass, Unterstützung rund um Vorsorge und Vollmachten. Nach vielen Jahren weiß ich, was funktioniert, was nachkaufbar ist und welche Marken langfristig halten, was sie versprechen. Wenn ich etwas finde, das hilft, gebe ich es gerne weiter.

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„Ein gutes System funktioniert auch an schlechten Tagen – nicht nur, wenn alles gut läuft.“

Ganz persönlich

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16. Was ist dein Lieblingsplatz zu Hause?

Meine Leseecke. Dort steht mein Sessel mit Fußhocker und Decke, daneben ein kleiner Tisch mit Kerze und Teetasse. Das indirekte Licht macht es richtig gemütlich. Ich setze mich gern kurz hin, blättere in einer Zeitung und schaue in den Garten.

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17. Welcher Gegenstand darf bei dir niemals fehlen?

Papier und Stift – damit ich Gedanken und Ideen sofort festhalten kann.

Karte mit dem Spruch „Ordnung bedeutet, für alles einen festen Platz zu finden“ und rosa Stift auf Holz
18. Was bringt dich aus der Balance?

Suchen. Ich hasse Suchen – das frisst so viel Zeit und Energie.

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19. Was hilft dir, wenn dir alles zu viel wird?

Alles aufschreiben. Mit Papier und Stift bekomme ich die Gedanken aus dem Kopf aufs Papier und sehe, was wirklich wichtig ist. Dann gehe ich einen Schritt nach dem anderen.

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20. Worin bist du ein kleiner Spießer?

Ich gehe nie mit leeren Händen. Bei jedem Gang in die Küche oder ins Bad nehme ich etwas mit und räume es weg. Und was weniger als eine Minute dauert, erledige ich sofort – auch die Schuhe: Die landen bei mir direkt im Schuhschrank.

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21. Was wissen viele Menschen noch nicht über dich?

Ich gebe jedem Menschen einen Vertrauensvorschuss. Das gehört für mich dazu – denn wer mich in sein Zuhause lässt, schenkt mir ja auch Vertrauen.

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22. Wer wärst du, wenn du ein Mann wärst?

Adam Sandler. Dem ist so ziemlich alles egal – diese Gelassenheit hätte ich manchmal auch gern.

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23. Was würdest du auf eine einsame Insel mitnehmen?

Ein Buch über persönliche Weiterentwicklung – denn auch auf einer einsamen Insel möchte ich weiter wachsen.

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24. Welchen Wunsch möchtest du dir noch erfüllen?

Eine Mitarbeiterin, die all meine Ideen in Content umsetzt. Und davon habe ich wirklich viele!

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25. Was sollen Menschen fühlen, nachdem sie dir begegnet sind?

Klarheit und Leichtigkeit. Ich wünsche mir, dass sie wieder mehr Zeit für ihr soziales Leben haben, sich selbst vertrauen und wieder auf ihre eigenen Bedürfnisse hören. Ich räume nicht für sie auf, sondern gebe den Anstoß – und dann geht es auch ohne mich weiter. Denn Ordnung ist weit mehr als „aufgeräumt sein“: Sie reduziert Stress, schenkt Zeit für das, was wirklich wichtig ist, und bringt mehr Lebensqualität. Wir räumen nicht nur im Außen auf, sondern sorgen ganz oft auch für innere Ruhe.

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