Findest du zuhause 50 unbenutzte Dinge?
- Kathrin Hielscher
- vor 2 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Du schaust dich um.
Und dir fallen sofort Dinge ein, die du selten nutzt.
Oder „für später“ behältst.
Die Strickjacke.
Die Clutch.
Die Vase.
Das Küchengerät.
Das Buch.
Nicht kaputt.
Nicht falsch gekauft.
Einfach da.
Viele meiner Kundinnen sagen:
„Ich bin einfach unordentlich.“
Oder: „Ich habe zu wenig Platz.“
Aber in der Praxis zeigt sich etwas anderes.
Du kaufst nicht falsch.
Du bist nicht unordentlich.
Und oft hast du auch nicht zu wenig Stauraum.
Du hast zu viele Optionen für zu wenig Alltag.
Warum wir Dinge behalten, die wir kaum nutzen
Heute ist fast alles jederzeit verfügbar.
Das verändert unser Kaufverhalten stärker, als wir denken.
Wir kaufen nicht mehr nur für den Gebrauch.
Sondern für den Zugang.
„Falls ich es brauche.“
„Für später.“
„Zur Sicherheit.“
Psychologisch fühlt sich Besitz wie eine Lösung an.
Auch wenn das Problem im Alltag längst nicht existiert.
Der „Für später“-Effekt im Zuhause
Dinge bleiben.
Im Schrank.
Im Keller.
In Schubladen.
Und sie nehmen Raum ein – auch mental.
Jeder Gegenstand ist eine offene Entscheidung:
Behalten?
Nutzen?
Loslassen?
Neu organisieren?
Diese stillen Entscheidungen summieren sich.
Und genau das führt zu dem Gefühl von Überforderung im eigenen Zuhause.
Unbenutzte Dinge und mentale Belastung
Ordnung ist nicht nur visuell.
Sie wirkt kognitiv.
Je mehr ungenutzte Gegenstände du besitzt, desto mehr Reize verarbeitet dein Gehirn täglich im Hintergrund.
Auch wenn du sie bewusst gar nicht wahrnimmst.
Das Ergebnis: Unruhe.
Dauerhafte mentale To-do-Schleifen.
Und das Gefühl, nie richtig „fertig“ zu sein.
Überblick entlastet den Kopf.
Nicht Perfektion.
Konsumkultur:
Kaufen für Möglichkeiten statt für Nutzung
Früher wurde getauscht, geliehen oder geteilt.
Heute wird gekauft – für Eventualitäten.
Ein Gerät für einen Anlass.
Ein Outfit für eine Situation.
Ein Gegenstand für ein Problem, das vielleicht nie eintritt.
Das Zuhause wird dadurch zu einem Lager für Möglichkeiten, nicht für gelebten Alltag.
Bewusst besitzen statt automatisch ansammeln
Bewusst kaufen und bewusst besitzen schafft Klarheit.
Und Klarheit schafft Struktur.
Das bedeutet nicht Minimalismus.
Und auch keinen Verzicht.
Sondern: Passt dieser Gegenstand zu meinem echten Alltag?
Oder zu einer Version meines Lebens, die nur theoretisch existiert?
Die wichtigste Frage vor dem nächsten Kauf
Beim nächsten Kauf kurz innehalten.
Braucht es wirklich einen neuen Gegenstand?
Oder lässt sich das Problem auch anders lösen?
Zum Beispiel durch:
Ausleihen
Umfunktionieren
Neu organisieren
Vorhandenes bewusster nutzen
Oft liegt die Lösung bereits im eigenen Zuhause. ☺️
Ordnung beginnt nicht beim Wegwerfen – sondern beim Verstehen
Du musst nicht radikal ausmisten.
Und du musst auch nicht perfekt organisiert sein.
Der erste Schritt ist Erkenntnis:
Warum sind diese Dinge überhaupt da?
Denn sobald du verstehst, dass es nicht um Chaos, sondern um Entscheidungsüberlastung geht, verändert sich dein Blick auf Ordnung.
Und plötzlich wird Ordnung leichter.
Ruhiger. Und nachhaltiger.
Ganz im Sinne von hygge:
Weniger Überforderung.
Mehr Überblick.
Mehr mentale Entlastung im Alltag. 🤍
Liebe Grüße
Kathrin von hyggeZeit






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