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Wann ist ein Geschenk wirklich eins – und wann wird es zur nächsten To-Do?

9. Okt.
3 Min. Lesezeit

In meiner Schublade liegt ein Gutschein.

Sagen wir mal: für die Therme Erding.


Ich habe mich natürlich gefreut, als ich ihn vor zwei Jahren bekommen habe.

Und trotzdem war ich bis heute nicht dort.

Denn ganz ehrlich: Ich hätte mir das selbst wahrscheinlich nie gewünscht.


Jetzt liegt er da und wartet. Zusammen mit meinem schlechten Gewissen.


Irgendwann werde ich ihn einlösen – bevor er verfällt.

Hoffentlich.


Nicht, weil ich richtig Lust darauf habe, sondern weil er sonst umsonst war.

Und mein schlechtes Gewissen noch größer wird. (Wie erklärt man eigentlich der schenkenden Person, dass man den Gutschein einfach hat verfallen lassen?)


Zur Hochzeit haben wir auch einen Gutschein bekommen, für ein Wellness-Wochenende.

Nie eingelöst, weil es mit Baby und Hund nicht so einfach ist, sich ein Wochenende freizuschaufeln.

Ergebnis: Nach drei Jahren verfallen, und kein Entgegenkommen, da Pächterwechsel.


Wenn aus einem Geschenk eine Aufgabe wird

Wenn ich nicht sage, was ich mir wünsche, kann ich auch nicht erwarten, genau das zu bekommen, was mir gefällt.


Und genau da fängt für mich noch etwas an:

Aus einem Geschenk kann auch eine Aufgabe werden.


Ich finde, es gibt zwei Arten von Geschenken:

  • Die einen: klar gewünscht, ausgesprochen, kommuniziert.

  • Die anderen: gut gemeint, aber ungefragt.


Das ist kein Vorwurf an die Menschen, die mir die Gutscheine geschenkt haben.

Im Gegenteil! Sie konnten es ja nicht wissen – ich habe es nicht kommuniziert.


Aber es zeigt mir: Ich selbst bin dafür verantwortlich, meine Wünsche auszusprechen – nicht die anderen dafür, sie zu erraten.


Und ja, manchmal ist ein Impuls von außen auch schön.

Etwas, worauf ich selbst nie gekommen wäre und das am Ende doch eine schöne Abwechslung war. Deshalb würde ich das nicht schwarz-weiß sehen.


Wenn Erlebnisgutscheine bei den Eltern landen

Bei Kindern erlebe ich diese Situation noch einmal anders.

Ein „Erlebnisgutschein", den sich niemand gewünscht hat, landet am Ende oft nicht nur als Geschenk beim Kind, sondern als Aufgabe bei uns Eltern.

Die Eltern sind es, die den Ausflug organisieren, hinfahren und Zeit einplanen müssen. Zeit, die wir vielleicht lieber für etwas anderes genutzt hätten, etwas, das schon lange auf der Familien-Ausflugsliste stand.


Das gilt natürlich nicht für Gutscheine, in denen die schenkende Person das Kind oder gleich alle mit einpackt, um gemeinsame Zeit zu verschenken.

Darum geht es bei einem reinen Gutschein ohne Begleitung eben nicht: gemeinsame Zeit und gemeinsame Erlebnisse zu schaffen.


Die Frage lautet also: Ist das wirklich ein Wunsch – oder eine gut gemeinte Idee, die jetzt zu meiner Aufgabe wird?


Ich finde, das darf man ruhig ab und zu hinterfragen. Ganz ohne dabei undankbar zu sein.


Wie ist es bei dir?

Sagst du klar, was du dir wünschst – oder lässt du dich lieber überraschen?


Wenn du merkst, dass bei euch zu Hause nicht nur Geschenke, sondern auch andere ungefragte „Aufgaben" überhandnehmen: Lass uns das gerne gemeinsam anschauen, in einem kostenlosen Erstgespräch (30 Minuten).


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Liebe Grüße,

Kathrin Hielscher zert. Ordnungscoach und Gründerin der

hyggeZeit


Dieser Beitrag stammt aus meinem Freitagsnewsletter

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